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UNSER TURNIERKONZEPT

In den letzten Jahren hat sich der Fokus des Pferdesports verändert.

Spektakuläre Bewegungen, hoch erhobene Pferdebeine und runde Hälse beeindrucken das Publikum.

Das Gangwerk und dessen Präsentation zählen häufig mehr, als die reelle Durchlässigkeit des Pferdes, dessen Gesunderhaltung, der eigentliche Zweck der Dressur, tritt in den Hintergrund.

Auf Grund dieser Maßstäbe kommt es für viele Reiter nicht in Frage, sich auf Turnieren zu messen. Ihnen ist das Wohlergehen ihres Partners Pferd wichtiger, als für ein Turnier ihre Prinzipien zu verraten und sich in ein bestimmtes Muster begeben zu müssen.

Wir als WEO haben uns viele Gedanken darüber gemacht, wie ein Turnier fairer (vor allem für unsere Pferde) gestaltet werden kann. 

DAS EQUIPMENT

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Zunächst ist es uns ganz wichtig, dass alle mit der Ausrüstung starten dürfen, mit der sie sich auch wohl fühlen.

Daher darf bei uns mit und ohne Gebiss, Westernsattel, Dressursattel, am Knotenhalfter oder Halsring gestartet werden. In allen Klassen!

Viel wichtiger als die Ausrüstung ist uns ein über den Rücken schwingendes Pferd, welches in korrekter Stellung und Biegung zufrieden die ihm gestellten Aufgaben bewältigt. 

DIE BEWERTUNG

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Zudem haben wir ein Bewertungssystem ausgearbeitet, welches dem korrekten Sitz des Reiters, der Kommunikation zwischen Mensch und Pferd und der korrekten Hilfegebung einen weit größeren Stellenwert zuschreibt, als dem natürlichen Gangwerk des Pferdes.

Wir wollten einen Wettbewerb schaffen, bei dem sich alle Pferderassen und auch Reitweisen aneinander messen können.

Der Fokus der Bewertung liegt auf harmonischen Paaren, welche durch reiterliche Feinfühligkeit und Willigkeit des Pferdes beeindrucken. 

GESUNDERHALTUNG DES PFERDES

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Ein weiterer Punkt, der uns sehr am Herzen liegt ist die Gesunderhaltung unserer Pferde. Daher gibt es bei uns keinen reinen Speed-Trail. In unserem Speed-Stil-Trail fließt die Zeit zu einem Drittel in die Wertnote ein.

Die restliche Bewertung erfolgt aufgrund der dressurlichen Leistungen.

Wir möchten auch in flottem Tempo saubere und ordentliche Hilfen, sauberes Umstellen und schöne Tempiübergänge vor den Elementen sehen. Diese Art des Richtens schont den Bewegungsapparat unserer Pferde und dient ihrem Schutz.

JUNGPFERDE

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Sehr wichtig ist darüber hinaus die schonende Einführung junger Pferde in die Situation eines Turnieres.

Im geführten Trail dürfen junge Pferde die Atmosphäre auf einem Turnier und die Trail Elemente kennenlernen. Im gerittenen Trail darf zwischen den Grundgangarten Schritt, Trab und Galopp gewählt werden. Die gewählte Gangart ist mindestens einzuhalten.

Dies bedeutet, dass man sein Pferd langsam an die nächst höhere Gangart heranführen kann. Nennt man beispielsweise einen Trail im Trab, darf man die Hindernisse oder Strecken, welche das Pferd schon im Galopp beherrscht galoppieren, alles andere wird im Trab bewältigt. So sind die Übergänge zwischen den verschiedenen Klassen sehr sanft und alle Reiter und Pferde können sich in Ruhe an die neuen Anforderungen gewöhnen.

Ebenso ist es in der Dressur ab Klasse L möglich, die Prüfungen mit einhändiger oder zweihändiger Zügelführung zu starten. Auch dies soll einen fließenden Übergang zwischen den Klassen ermöglichen.

NICHT-REITER

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 Ob es das junge Pferd ist, der Senior oder einfach ein Pferd, welches nicht geritten wird. Jedes Pferd-Mensch-Paar ist bei uns willkommen und kann diesen Stil-Trail auch am Boden bewältigen. Geführt am Halfter, Kappzaum oder Langzügel können die Teams auch am Boden gemeinsam zeigen, was sie können.

In den folgenden Abschnitten werden die einzelnen Disziplinen detaillierter beschrieben.

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Der Stil-Trail

Im Stil-Trail werden Geschicklichkeit und Koordination auf der Grundlage

dressurlicher Bewertungen gefordert. 
Verschiedene Elemente wie beispielsweise Brücke, Slalom und Pferch müssen in einer vorgegebenen Reihenfolge gezeigt werden. Wichtig hierbei sind Gleichmässigkeit und sauberes Reiten.

Jedes Hindernis wird unter den Gesichtspunkten der Bewältigung genauso bewertet wie unter den Gesichtspunkten des dressurlich sauberen Reitens.

Wichtig ist also ein ruhiger Sitz, saubere Reiterhilfen und eine gute Linienführung. 
Die Kommunikation mit dem Pferd, egal ob durch die Stimme oder ein Lob mit der Hand ist bei unseren Turnieren in allen Klassen und Teilprüfungen ausdrücklich erwünscht!

Der Speed-Stil-Trail

In unserem Stil-Speed-Trail zählt korrektes Reiten mehr als die Zeit. Wenn ein Wettbewerb ausschließlich aufgrund der Zeit entschieden wird, neigen einige Reiter leider dazu unwirsch und unsauber zu reiten. Wir wissen, dass es durchaus möglich ist, schnell im Trail unterwegs zu sein und dennoch auf eine gute Linienführung und feine Hilfen zu achten. 
Auf diesen Grundsatz fußt unsere Bewertung.

Zu einem Drittel zählt die Zeit in die Wertnote mit ein. Die anderen zwei Drittel setzen sich aus der Bewältigung der Hindernisse und der Dressurnote zusammen. 
Bewertet werden auch hier wieder alle Wegstrecken und natürlich darf auch im eiligen Tempo das Pferd jederzeit gelobt werden.

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Der geführte Trail

Der geführte Trail soll jungen Pferden die Möglichkeit geben, sich an die Atmosphäre auf einem Turnier zu gewöhnen. Ältere oder kranke Pferde, die nicht geritten werden können finden hier eine sinnvolle Beschäftigung.

Natürlich dürfen sich auch alle anderen Altersklassen hier messen und ihr Pferd durch die Elemente des Trails führen. 
Ganz wichtig ist uns auch hierbei die Kommunikation zwischen Pferd und Mensch. Lobt Eure Pferde und motiviert sie mit der Stimme. Zeigt eine gute Zusammenarbeit und Harmonie. Die Elemente und Strecken sollen fleißig (gerne auch mal im Trab) bewältigt werden. Auch hier seid Ihr beim Equipment wieder ganz frei. Knotenhalfter, Trense, Halsring, Bodenarbeitseil, ...
Hauptsache Ihr habt Spaß und zeigt es jedem!

Dressur Kür

Die Dressur Aufgabe besteht bei uns aus Pflichtelementen. 
Jeder Reiter darf diese Pflichtelemente so anordnen, dass sie die Stärken des Paares hervorheben.
Wichtig ist nur, dass alle Pflichtelemente in der Kür aufgeführt sind. Was zwischen den Pflichtelementen geritten wird, wird nicht angegeben. Wenn das Pferd sich also zwischendrin aufregt oder Angst hat, darf der Reiter durchaus anhalten oder mal die Zügel lang lassen. Hauptsache, das
Pferd bekommt die Zeit, die es braucht.
Wie bereits erwähnt ist unser Bewertungssystem auf gutes Reiten, ein harmonisches Gesamtbild und einen guten Sitz ausgelegt. Die Reitweise und die Rasse bzw. das Gangwerk des Pferdes ist hingegen nicht entscheidend.

Die Garrocha Prüfung

Für die Arbeit mit der Garrocha müssen Reiter und Pferd bereits eine gute Grundausbildung besitzen. Besonders wichtig ist die klare Hilfengebung über Gewichts und Schenkelhilfen. Durch die einhändige Zügelführung gibt es hier nur wenige Möglichkeiten der Einwirkung.
Ähnlich wie in der Dressur Kür besteht die Garrocha Kür aus Pflichtelementen, die sich jeder Starter individuell zusammenstellen kann.